Die wirkliche Geschichte der deutschen Kaninchenzucht beginnt nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1871 – hier brachten unsere heimkehrenden Soldaten, nachdem diese in Frankreich mit der Kaninchenzucht und auch dem „festlichen Braten" vertraut wurden, reichlich Zuchttiere für den heimischen Bedarf mit. In den Jahren um 1873 gründeten sich in Deutschland vereinzelt Vereine die sich mit der Haltung und Zucht von Kaninchen beschäftigten – aber nach einer kurzen Blütezeit sich wieder auflösten, die Zeit war noch nicht Reif für eine emporstrebende Kaninchenzucht in Deutschland.
Im Jahr 1880 gründete sich der „Allgemeine Chemnitzer Kaninchenzuchtverein" unter der Leitung von Julius Lohr – welcher bereits vorher viele Erfahrungen über eine Vereinsführung in Görlitz bei Robert Oettel sammelte, denn, gemischte Vereine mit Geflügel und Kaninchen bestanden schon vor der Gründung des Chemnitzer Vereins.
Aufgrund der sich wieder bildenden Kaninchenzuchtvereine, wurde der Ruf zu einer Dachorganisation immer größer – und am 27. / 28.12 1892 wurde in der Pelzstadt Leipzig, von den eingeladenen Vereinen der „Bund Deutscher Kaninchenzüchter" unter der Leitung des Versammlungsleiters Herr Werner Meyer aus Gera, einstimmig gegründet.
Von dieser Geburtsstunde bis zum Jahre 1902, also zum 10 jährigen Bestehens, hatten sich 110 Vereine in 12 Gruppen gebildet, welche insgesamt 2700 Mitglieder umfassten.
Die Bewertung der Kaninchenrassen erfolgte in dieser Zeit nach einem 100 Punkte Bewertungssystem, welches die Mitglieder des Chemnitzer Vereins unter der Leitung von Julius Lohr mit erstellten. Viele der jährlich stattfindenden Vertreterversammlungen / Standardberatungen mussten sich oft mit der Korrektur des „Einheits – Standard" des Bundes beschäftigten, weil die gebildeten Klubs, ständig andere Bewertungsprämissen forderten.
Aufgrund der Uneinigkeit der Züchter und vieler Machenschaften von Außenstehenden, kam es im Jahr 1912 zu einer totalen Neubildung des Bund Deutscher Kaninchenzüchter, wobei der damalige neu gebildete „Preußische Landesverband" die „Reste des alten Bundes" aufnahm. Unter dieser neuen Führung blühte der Bund wieder auf.
Bedauerlicherweise, wiederholte sich dieses Drama durch Uneinigkeit der Züchter im Jahr 1924 wieder und durch die Spaltung gründete sich ein neuer Verband.
Damit bestehen im Jahr 1924 die beiden großen Organisationen :
Bund Deutscher Kaninchenzüchter
Reichsbund Deutscher Kaninchenzüchter
und beide ringen um den Anschluß der bestehenden vielen Vereine auf dem Territorium Deutschlands.
Mit dem Jahr 1933, welches auch eindeutig die Geschichte der deutschen Kaninchenzucht große Veränderungen bringt, werden die beiden bestehenden großen Kaninchenzuchtverbände zu einem Großen Verband vereint. Die Gespräche dazu fanden in den ersten Maitagen 1933 ihren Abschluss – und zum „Reichstreffen der Deutschen Kaninchenzüchter" vom 17. bis 19. Juni 1933 in Gera wurde die Gründung des neuen „Reichsverband Deutscher Kaninchenzüchter" mit Sitz in Gera durch einen Zusammenschluss verkündet.
Durch den Krieg und dessen Folgen erlitt die Deutsche Kaninchenzucht schwerwiegende Schäden.
Am 27. Januar 1947, wurde unter der Leitung der Herren Kuhlmann und Andersen, beide aus Hannover, welche die Reaktivierung des 1933 durch den Zusammenschluss aufgelösten „Bund Deutscher Kaninchenzüchter" gegr. 1892 durch eine Eintragung am hiesigen Amtsgericht beantragten Neuaufbau des BDK begonnen.
Die Entwicklung des BDK machte in den Jahren 1947 – 1952 keine allzu großen Fortschritte, da eine weitere Kaninchenzuchtorganisation im Westen Deutschlands gebildet worden ist – doch unter Führung der bereits genannten Zuchtfreunde hat der Idealismus wieder Einkehr gehalten obwohl der Krieg große Spuren hinterlassen hat.
Im Jahr 1952 wurde der Sitz des Bundes nach Bremen verlegt und die Führung durch den Zuchtfreund Oswin George übernommen.
Nach 12 Jahren Tätigkeit gab er diesen Vorsitz an seinen langjährigen Mitarbeiter und geschäftsführenden Präsidenten, Zuchtfreund Kurt Freeks aus Bremen – Horn ab.
Aus Altersgründen gab er diese Funktion im Jahr 1983 an unseren Zuchtfreund Alfred Sylvester aus Ronnenberg ab, damit kehrte auch gleichzeitig der Sitz des Bundes nach 31 Jahren wieder nach seinem Neugründungsort Hannover zurück.
Dem Zuchtfreund Georg Peters aus Hannover wurde die Leitung des Bundes im Jahr 1990 übertragen – doch schon im Jahr 1994 übernahm der Zuchtfreund Fruedhelm Hasse aus Springe die Leitung des BDK.
Seit 1996 leitet Zuchtfreund Andreas König, welcher vorher Vizepräsident des Bundes war, erfolgreich die Geschicke des „Bund Deutscher Kaninchenzüchter".
Erstellt im Februar 2011 durch
Zuchtfreund Jürgen Hartmann, Hoyerswerda
Copyright © 2010 by Bund Deutscher Kaninchenzüchter e.V.
All Rights Reserved.
Designed by TechLine IT-Service.